Laufzeit bei Krediten

Grundsätzlich ist die Laufzeit bei Krediten zwischen dem Kunden und der Bank frei vereinbar. Es haben sich jedoch übliche Kreditlaufzeiten entwickelt, die bei Verbraucherkrediten maximal zehn Jahre betragen. Im Rahmen der Immobilienfinanzierung ist eine deutlich längere Vertragslaufzeit üblich.

Bei Verbraucherkrediten entspricht die Laufzeit dem Zeitraum der Zinsbindung. Bei Immobiliendarlehen fällt diese hingegen in der Regel kürzer als die Tilgungsdauer aus, sodass der Kreditnehmer vor dem Ablauf der Bindungsfrist über den weiteren Zinssatz erneut mit der Bank verhandelt oder sich für ein Angebot eines anderen Geldinstituts entscheidet.

Für extrem kurze Laufzeiten stehen besondere Kreditdienstleister zur Verfügung, die ihre Darlehen gezielt für wenige Tage bis maximal drei oder sechs Monate vergeben. Deren Angebote sind in der Regel günstiger als der durchschnittliche Zinssatz für Dispositionskredite.

Im Gegensatz zu Verbraucherdarlehen sind Kreditlinien wie der Dispositionskredit, die Teilzahlungsfunktion einer Kreditkarte und Verfügungskredite nicht mit festen Laufzeiten verbunden. Die Rückzahlung ist dem Kreditnehmer entweder völlig oder mit Ausnahme eines geringen Mindestbetrages freigestellt.

Welche Laufzeiten sind bei Verbraucherkrediten üblich?

Als Laufzeit bei Krediten ohne Zweckbindung geben viele Banken einen Zeitraum von mindestens zwei und höchstens sechs bis acht Jahren an. Sowohl für kürzere Kreditzeiträume von einem halben bis zu einem Jahr als auch für eine längere Vertragsdauer von überwiegend maximal zehn Jahren verringert sich das Angebot an zur Auswahl stehenden Krediten deutlich.

Laufzeiten von mehr als zehn Jahren sind bei Verbraucherkrediten äußerst selten. Sie werden mit wenigen Ausnahmen nur bei Beamtenkrediten angeboten. Diese sind bei einigen Kreditinstituten nicht nur für Beamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst, sondern auch Angestellte zugänglich, die seit mindestens fünf Jahren für ihren bisherigen Arbeitgeber tätig sind. Wenn Verbraucher eine Laufzeit bei Krediten von mehr als zehn Jahren wünschen, suchen sie gezielt nach für langjährige Angestellte geöffneten Beamtendarlehen.

Die meisten Geldinstitute bieten unterschiedliche Laufzeiten bei Krediten ausschließlich in Abständen von einem ganzen Jahr oder eventuell einem halben Jahr an. Bei ausgesprochen wenigen Kreditbanken haben Kunden die Möglichkeit, innerhalb des angebotenen Spektrums eine beliebige Laufzeit in Einmonatsschritten zu wählen.

Bei organisierten Privatkrediten sind grundsätzlich dieselben Laufzeiten wie bei Bankdarlehen denkbar. Die meisten Privatkreditgeber zeichnen jedoch bevorzugt Kreditanfragen mit überschaubaren Laufzeiten, da sie sich nicht übermäßig lange festlegen wollen.

Welche Auswirkungen haben die unterschiedlichen Kreditlaufzeiten?

Die Laufzeit ist bei Krediten für den Erfolg eines Kreditantrages maßgeblich. Im Rahmen einer Haushaltsrechnung überprüft die Bank, ob der Antragsteller die anfallende Monatsrate mit seinem anrechenbaren Einkommen begleichen kann. Maßgeblich für die Kreditentscheidung ist somit nicht die absolute Höhe des gewünschten Kredites, sondern der Betrag der monatlichen Rückzahlung. Dieser nimmt ab, wenn der Kreditantragsteller eine längere Laufzeit wählt. Somit führt eine verlängerte Kreditlaufzeit oft dazu, dass die Bank einem zunächst abgelehnten Kreditantrag beim Einreichen eines überarbeiteten Kreditantrages über einen verlängerten Zeitraum doch zustimmt.

Zugleich wirkt sich die Laufzeit bei Krediten auf die Gesamtkosten der Geldaufnahme aus, da der Kreditnehmer in jedem Jahr die anfallenden Zinsen bezahlt. Zudem erhöhen die meisten Geldinstitute die Kreditzinsen ab einer Laufzeit von sieben oder acht Jahren, da das Ausfallrisiko mit der Vertragslaufzeit ansteigt.

Auf der anderen Seite sind Kurzzeitkredite mit einer Laufzeit von maximal zwei Jahren bei vielen Banken ebenfalls mit erhöhten Kreditzinsen verbunden. Diese beruhen darauf, dass die Kreditbank die mit der Darlehensvergabe verbundenen Kosten auf eine geringe Anzahl an Jahresraten verteilt.

Da die Zinsaufschläge für besonders kurze oder überdurchschnittlich lange Laufzeiten je nach Bank stark variieren, führen Kreditsuchende für unterschiedliche Laufzeiten getrennte Kreditvergleiche durch.

Welche Kreditlaufzeit ist empfehlenswert?

Dass die Laufzeit bei Krediten zum Darlehensbetrag passen soll, versteht sich von selbst. In der Regel ergibt sich eine Beschränkung der möglichen Kreditlaufzeiten, indem die Bank einen Mindestbetrag und einen Höchstbetrag für die monatliche Rate vorgibt.

Verbraucherschützer empfehlen zusätzlich, dass die gewählte Laufzeit bei einem Kredit die Gebrauchsdauer der damit finanzierten Anschaffung nicht überschreitet. Diese Regel ist ausgesprochen sinnvoll. Sie bedeutet, dass bei einem Urlaubskredit eine einjährige Kreditlaufzeit empfehlenswert ist, während für den Kauf langlebiger Wirtschaftsgüter entsprechend längere Vertragslaufzeiten denkbar sind. Diese unterscheiden sich je nach den Gepflogenheiten des Haushalts.

Die Laufzeit stellt bei Verbraucherkrediten keine zwingende Bindung an die gewählte Bank dar, da deren vorzeitige Rückzahlung grundsätzlich möglich ist. Das Kreditinstitut darf in diesem Fall jedoch eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, wenn der Darlehensvertrag nicht ausdrücklich das Recht auf kostenfreie Sondertilgungen vorsieht. Bei Verbraucherkrediten mit einer Laufzeit von mehr als zehn Jahren ist die vorzeitige Kreditablösung nach Ablauf von 120 Monaten in jedem Fall kostenlos möglich. Bei der Immobilienfinanzierung dürfen zusätzliche Tilgungsleistungen anders als bei Verbraucherdarlehen während der ersten zehn Jahre der Zinsbindungsfrist vertraglich ausgeschlossen werden.