Kredit für Steuernachzahlung

Von Steuernachforderungen sind keineswegs ausschließlich Freiberufler und Selbstständige betroffen. Vielmehr besteht die Notwendigkeit, einen Kredit für eine Steuernachzahlung zu beantragen, oft auch für Arbeitnehmer. Das trifft bei der Steuerklassenkombination III/V eines Ehepaares ebenso wie bei einem Bezug von Lohnersatzleistungen wie dem Krankengeld oder dem Kurzarbeitergeld zu. Diese Zahlungen sind selbst zwar nicht steuerbar, bewirken aber möglicherweise die Einstufung in einer höheren Progressionsklasse.

Eine Stundung der Steuerschuld durch das Finanzamt ist grundsätzlich nur möglich, wenn der Zahlungspflichtige nachweist, dass er sich vergeblich um einen Kredit für die Steuernachzahlung bemüht hat. Zudem darf er die Nachforderung nicht grob fahrlässig herbeigeführt haben. Die Finanzämter stimmen zur Vereinfachung der Steuereinhebung einer kurzzeitigen Ratenvereinbarung über etwa drei Monate häufig auch ohne den Nachweis der gescheiterten Kreditaufnahme zu. Diese wenigen Raten reichen für die meisten Steuernachzahlungen jedoch nicht aus, sodass eine externe Kreditaufnahme für die fällige Zahlung an das Finanzamt unumgänglich ist.

Der Bankkredit für die Steuernachzahlung

Bei einem Verbraucherkredit fragt die Bank grundsätzlich nicht oder nur zu statistischen Zwecken und ohne Einfluss auf die Vergabeentscheidung nach dem Verwendungszweck. Es ist somit unerheblich, ob der Bankkunde einen Kredit für die Steuernachzahlung oder für einen anderen Zweck beantragt.

Wer Steuern nachzahlen muss, hat zumeist ein ausreichend hohes Einkommen für die Kreditbeantragung erzielt. Dennoch gestaltet sich die Darlehensaufnahme je nach Quelle der Einkünfte mehr oder weniger schwierig. Wenn der Steuerpflichtige zusätzlich zu seinem Arbeitseinkommen weitere Einkünfte erzielt hat und diese den Kredit für die Steuernachzahlung erforderlich machen, stellt er seinen Kreditantrag bei einem Geldinstitut, in dessen Haushaltsrechnung Nebeneinnahmen einfließen. Das trifft nur auf einen Teil der Kreditbanken zu und lässt sich üblicherweise anhand der Vergaberichtlinien sowie der Auflistung der einzureichenden Kreditunterlagen feststellen.

Angestellte und Freiberufler, die überdurchschnittlich häufig einen Kredit für die Steuernachzahlung aufnehmen müssen, sind ebenfalls nicht bei allen Geldinstituten als Darlehenskunden willkommen. Sie suchen somit aktiv nach einer Bank, die Verbraucherkredite an Nichtarbeitnehmer vergibt. Nahezu jedes Geldinstitut zeigt auf seiner Homepage eindeutig an, welche Personen es als Kreditnehmer akzeptiert.

Mithilfe eines Angebotsvergleichs lässt sich ein günstiger Kredit für die Steuernachzahlung finden. Dabei achten die Steuerpflichtigen in erster Linie auf einen günstigen Zinssatz, berücksichtigen aber auch weitere Bestimmungen im Kreditvertrag. Zu diesen gehören vor allem flexible Rückzahlungsvereinbarungen wie die Möglichkeit zu kostenfreien Zusatztilgungen und das Recht, einmal jährlich oder zweijährlich mit einer Monatsrate auszusetzen.

Eine schlechte Schufa veranlasst die meisten von ihr betroffenen Verbraucher zu einem Kreditantrag bei einer Schweizer Bank, da diese die Darlehensvergabe ohne Anfrage bei der deutschen Kreditsicherung vornimmt. Zwingend notwendig ist das Ausweichen auf ein eidgenössisches Geldinstitut nicht, da wenige inländische Kreditbanken den Antrag auf einen Ratenkredit für die Steuernachzahlung bei einem einzigen weichen Negativmerkmal nach einer Einzelfallprüfung annehmen.

Ein organisierter Privatkredit für die Steuernachzahlung

Als Alternative zum klassischen Bankdarlehen lässt sich ein privater Kredit für eine Steuernachzahlung auf einem Vermittlungs-Marktplatz aufnehmen. Dort sind Antragsteller mit schwacher Bonität grundsätzlich ebenfalls willkommen, zumal viele als Kreditgeber angemeldete Mitglieder sich bei ihren Entscheidungen vorwiegend an sozialen Kriterien orientieren.

Auf den entsprechenden Plattformen herrscht jedoch bei Krediten für Steuernachzahlungen die Auffassung vor, dass der Einsteller in Wirklichkeit nicht das Darlehen bekommen, sondern dem Finanzamt gegenüber das Scheitern der Kreditaufnahme glaubhaft machen will. Ein entsprechender Nachweis ist für eine Steuerstundung und die Genehmigung einer langfristigen Ratenzahlung erforderlich.

Wenn ein Steuerzahler auf einer privaten Kreditplattform einen Kredit für seine Steuernachzahlung nicht nur aus formalen Gründen einreicht, sondern tatsächlich auf die Geldauszahlung angewiesen ist, macht er ausdrücklich auf diese Situation aufmerksam. Das trifft unter anderem zu, wenn er einen Teil seiner Einnahmen in der Steuererklärung zunächst verschwiegen hatte und diese dem Finanzamt später bekannt werden. Die privaten Kreditgeber nehmen niemandem das versuchte Mogeln bei der Steuerzahlung übel, sondern erkennen am offenen Eingeständnis dieser Tat, dass der Antragsteller in keinem Fall eine Ratenzahlung mit dem Finanzamt vereinbaren kann und somit dringend auf einen Privatkredit für die Steuernachzahlung angewiesen ist.

Die Steuernachzahlung bei anderen Steuerarten als der Einkommensteuer

Die meisten Darlehen für Steuernachforderungen betreffen die Einkommensteuer. Ein Ratenkredit für eine Steuernachzahlung lässt sich selbstverständlich auch für andere Steuerarten aufnehmen. Bei der Erbschaftsteuer oder der Schenkungsteuer liegen zumeist Vermögenswerte vor, die entweder direkt für die Steuerzahlung nutzbar oder beleihbar sind.

Eine Steuernachzahlung hinsichtlich der Umsatzsteuer kann grundsätzlich nur Unternehmer und Freiberufler treffen. Es kommt jedoch vor, dass Finanzämter intensiven Verkäufern auf Versteigerungsplattformen die Unternehmereigenschaft zusprechen, obgleich diese sich als Sammler und damit als Privatpersonen verstehen. In diesem Fall können auch vermeintliche Privatleute in die Lage kommen, einen Kredit für die Steuernachzahlung bei der Umsatzsteuer zu benötigen.

Unternehmer im engeren Sinn wickeln die Kreditaufnahme für die nachträgliche Bezahlung betrieblicher Steuern über das Geschäftskonto ab und nehmen das Geld nicht als Person, sondern als Betrieb auf. In diesem Fall bezieht sich die Prüfung der Kreditwürdigkeit nicht auf die persönliche Bonität, sondern auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Zudem verringern die Zinszahlungen für betrieblich veranlasste Kredite die spätere Steuerlast, während die Zinsen für private Darlehen nicht absetzbar sind.