Kredit für Erbschaftssteuer

Ein Kredit für die Erbschaftssteuer ist in den meisten Fällen beim Erben einer Immobilie erforderlich, wenn das Erbe nicht zugleich Geldvermögen umfasst. In seltenen Fällen wird die Kreditaufnahme notwendig, wenn der Nachlass aus einer außerordentlich wertvollen Sammlung besteht. Aufgrund des mindestens 20 000 Euro betragenden Freibetrags ist ein Kredit für die Erbschaftssteuer bei aus Sammlungen bestehenden Nachlässen zumeist nicht erforderlich.

Gewährt das Finanzamt keinen Kredit?

Das Finanzamt kann bei der Erbschaftssteuer, die amtlich Erbschaftsteuer heißt, einer Stundung mit einem Zeitraum von bis zu zehn Jahren zustimmen. Das ist deutlich länger als bei anderen Steuerarten. Wie üblich, gilt aber auch in diesem Fall für eine Stundung seitens des Fiskus die Grundbedingung, dass der Steuerpflichtige keine andere Möglichkeit zur Zahlung der anfallenden Steuern hat. Er muss sich somit erfolglos um einen Kredit für die Erbschaftssteuer bemüht haben und gegenüber dem Finanzamt ausreichende Anstrengen zum Erhalt eines solchen nachweisen können, damit die Steuerstundung als letzte Maßnahme infrage kommt. Ohne einen Nachweis der gescheiterten Kreditaufnahme akzeptieren Finanzämter in vielen Fällen lediglich eine Zahlungsvereinbarung über einen Zeitraum von sechs Monaten, der für die meisten Steuerpflichtigen bei der nach einem Immobilienerbe fälligen Erbschaftssteuer nicht ausreicht.

Immobilienkredit oder gewöhnlicher Bankkredit?

Vor der Kreditaufnahme prüfen Erben den Steuerbescheid, damit sie bei eventuellen Fehlern rechtzeitig Einspruch einlegen können. Bereits bestehende Kredite für die geerbte Immobilie verringern den Wert des Erbes und damit die Steuerlast. Das gilt für im Grundbuch eingetragene Immobilienkredite ebenso wie für Bankkredite ohne Grundbucheintrag, die Hausbesitzer häufig für Renovierungen aufnehmen. Beim Kredit für die Erbschaftssteuer nach dem Erben einer Immobilie kommen durch einen Grundbucheintrag abgesicherte Immobiliendarlehen grundsätzlich infrage. Diese sind aufgrund ihrer dinglichen Besicherung zumeist preiswerter als herkömmliche Bankkredite.

Eine Einschränkung bei der Suche nach einem Kreditpartner besteht darin, dass verschiedene Banken Immobilienkredite ausschließlich für den Kauf oder Bau einer Immobilie und nicht für weitere Zwecke wie die Bezahlung der Erbschaftssteuer anbieten. Als Alternative bieten sich zur freien Verwendung angebotene Verbraucherkredite an. Mit einem sorgfältigen Kreditvergleich findet der Erbschaftssteuerpflichtige ein ebenso günstiges wie flexibles Angebot.

Das Recht zu einer gelegentlichen Tilgungsaussetzung ist gerade bei einem Kredit zur Begleichung der Erbschaftssteuer für eine Immobilie sinnvoll, damit möglicherweise anfallende Ausbesserungsarbeiten ohne erneute Kreditaufnahme durchführbar bleiben. Hinsichtlich vorzeitiger Tilgungen besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen Immobilienkrediten und für die Begleichung der Erbschaftssteuer verwendeten Verbraucherdarlehen: Während ein Verbraucher einen Kredit grundsätzlich vorzeitig tilgen dürfen und der Gesetzgeber die Höhe der zulässigen Vorfälligkeitszinsen beschränkt hat, darf der Immobilienkreditvertrag zusätzliche Raten oder die Ablösung des Kredites vor der Fälligkeit ausschließen. Eine Ausnahmesituation, in der die Bank der vorzeitigen Tilgung eines Immobiliendarlehens gegen die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung zustimmen muss, stellt der geplante Verkauf der Immobilie dar.

 

Wenn Erben einen Kredit für die Erbschaftssteuer aufnehmen, möchten sie die Veräußerung des geerbten Hauses jedoch vermeiden. Andernfalls könnten sie die Steuer problemlos aus dem Verkaufserlös bezahlen. Sowohl bei Immobilienkrediten als auch bei Verbraucherdarlehen ist es möglich und für den Kunden nützlich, das Recht auf eine teilweise oder vollständige vorzeitige Kredittilgung in den Darlehensvertrag aufzunehmen.

Eignen sich private Kredite für die Erbschaftssteuer?

Auf Plattformen für die Kreditvermittlung zwischen Privatpersonen haben Verbraucher auch bei schwacher Bonität gute Chancen, den benötigten Kredit zu erhalten. Die meisten der als Kreditgeber registrierten Mitglieder orientieren sich in erster Linie daran, ob sie den geplanten Verwendungszweck als sinnvoll ansehen und diesen deshalb unterstützen möchten. Sie besitzen überdurchschnittlich hohe Fachkenntnisse und wissen, dass die Finanzämter einer Stundung zustimmen, wenn der Antragsteller keinen Kredit für die Erbschaftssteuer erhält.

Sie zeichnen aus diesem Grund Anfragen nach einem Erbschaftssteuer-Kredit beim Erben einer Immobilie ausgesprochen zurückhaltend. Sollte der Antragsteller jedoch eine ausgesprochen wertvolle Sammlung geerbt haben und aus diesem Grund einen Kredit für die Erbschaftssteuer benötigen, stimmen Privatpersonen der Kreditvergabe bereitwillig zu. Ihnen ist bekannt, dass die meisten Finanzämter bei der Erbschaftssteuerpflicht für wertvolle Sammlungen auf einem teilweisen Verkauf der Erbsache bestehen und keiner Stundung zustimmen, während sie die Unzumutbarkeit der Veräußerung einer Immobilie für die Begleichung der anfallenden Steuern anerkennen. Bei der Beantragung eines privaten Kredites für die Begleichung der Erbschaftssteuer sind deshalb genaue Angabe über die Art der Erbschaft unverzichtbar.